loader
Lean Leadership E1626098807366

Die Methode des Lean Leadership hat sich in jüngerer Vergangenheit zu einem neuen und interessanten Führungsstilmodell herauskristallisiert. Die Weichen für den Umschwung von Unternehmensführung auf Basis struktureller Macht und diverser Techniken, hin zu einer Führung, welche auf Vertrauen und informellen Wegen basiert, waren schon länger gestellt. Daraus hervor ging das Lean Leadership. Was genau man unter dem Lean Leadership versteht und welche Schritte eingeleitet werden müssen um es im Unternehmen zu etablieren findest du im folgenden Beitrag.

Was ist Lean Leadership?

Lean Leadership bedeutet frei übersetzt schlanke Führung. Eine wesentliche Säule des Lean Leaderships ist der Faktor Mensch. Während viele alte unternehmerische Führungsstile diesen wichtigsten Aspekt beiseite lassen, fokussiert sich das Lean Leadership nahezu darauf. Eine Führungskraft agiert nicht mehr als Kontrolleur und Überwachungsorgan, sondern zeichnet sich als eine Art Coach und Motivator aus. Doch auch die Verbesserung von Prozessen innerhalb eines Unternehmens ist eine Aufgabe, die sich Lean Leadership auf die Brust geschrieben hat. Durch Analysen wird versucht die Wertschöpfung zu steigern und Verschwendungen zu minimieren. Neben dem Faktor Mensch und einer optimierten Wertschöpfungskette lautet das übergeordnete Ziel aber reibungslose Problemlösungsabläufe innerhalb eines Unternehmens zu installieren. Das Erreichen eines Zieles soll nicht erzwungen, sondern als natürlicher Prozess empfunden werden.

Was ist das Lean Leadership Development Modell?

Wendet ein Unternehmen das Lean Leadership Development Modell an, wird der Auswahl und Entwicklung von künftigen Führungskräften ein großer Stellenwert beigemessen. Hierfür ist ein Stufenplan vorgesehen, der folgende Schritte beinhaltet.

Schritt 1 Selbstentwicklung der Führungskraft
Eine zu erreichende Eigenschaft von künftigen Führungskräften ist die Fähigkeit zur Selbstreflektion. Durch die Analyse des eigenen Verhaltens und Schaffens wird die Leistung schrittweise erhöht.

Schritt 2 Fremdentwicklung und Coaching
Nachdem sich eine Führungskraft die Kernkompetenz Reflexion angeeignet hat, ist es an der Zeit andere Mitarbeiter zu coachen und diesen bei ihrer Entwicklung zu helfen. Das Ziel im Coaching anderer Personen ist das Erreichen der eigenen Entwicklungsziele Reflexion und Entwicklung. Durch die Entwicklung der Mitarbeiter vom abarbeiten delegierter Aufgaben hin zu eigener Verantwortung werden Führungskräfte Schritt für Schritt entlastet.

Schritt 3 Tägliche Verbesserung anstreben
Nachdem die ersten beiden Stufen eine individuelle Weiterentwicklung unterstützen um eine solide Basis zu schaffen, steht ab nun das Unternehmen im Fokus. Hierzu werden Teams gebildet, die sich gegenseitig unterstützen, weiterentwickeln und eine tägliche Verbesserung anstreben.

Schritt 4 Eine gemeinsame Vision schaffen
Die vierte und letzte Entwicklungsstufe bindet gleichermaßen Führungskräfte, als auch Mitarbeiter des Unternehmens ein. Nun werden alle Aktivitäten innerhalb des Unternehmens so ausgerichtet, dass die Unternehmensziele erreicht werden. Das kann nur dann erreicht werden, wenn das isolierte Denken abgeschafft wurde und sich jede Person im Unternehmen dem großen Ganzen widmet und seine Ressourcen dementsprechend einteilt. 

Welche Verhaltensweisen sollten an den Tag gelegt werden?

Ganz klar – mit gutem Beispiel voran gehen

Lean Management verändert Denkweisen und das Mindset eines Mitarbeiters, einer Führungskraft und des ganzen Unternehmens. Deswegen ist es unabdingbar, dass mit gutem Beispiel vorangegangen wird. Sei das gepredigte Lean Management, denn Mitarbeiter werden sich ein Beispiel an dir nehmen. Du musst Glaubwürdigkeit vermitteln um diese oftmals ungewohnte Umstellung des Führungsstils in den Arbeitsalltag zu integrieren. Mitarbeiter werden dich an deinen Handlungen messen. Folgen den Worten auch Taten? Falls nicht, wird das Lean Management schnell an mangelnder Motivation scheitern.

Sich als Führungskraft entlasten lassen
Dieser Punkt mag auf den ersten Blick vielleicht etwas merkwürdig klingen, doch tatsächlich haben viele Führungskräfte im Laufe der Zeit einen Kontrollmechanismus in Ihre Arbeitsroutine eingebaut und die Führungsebene wird zusehends ein Flaschenhals, welchen unzählige Ideen, Ergebnisse und Arbeitsschritte der Mitarbeiter passieren müssen. Der anfallende Rückstau frustriert alle beteiligten Parteien und trotzdem wird fälschlicherweise oft am Kontrollsystem festgehalten. Mit der Einführung des Lean Leadership gibt es uneingeschränkten Arbeitsfluss, weniger Kontrolle der Mitarbeiter und Entlastung der Führungskräfte. Überbelastung führt in unserer ohnehin schon hektischen Welt zunehmend oft in ein Burn-Out. Wichtige Unternehmenskräfte fallen für lange Zeit aus und werfen damit ungewollt die Produktivität des ganzen Systems zurück.

Probleme sichtbar machen
Um die Produktivität zu erhöhen und die oft hohen Unternehmensziele zu erreichen, müssen bestehende Probleme sichtbar gemacht werden. Bestehende Probleme werden meist gerade so überwunden und man erfreut sich, Ziele gerade noch so erreicht zu haben. Während traditionelle Führungsmethoden Probleme oft ignorieren oder einen Schuldigen an den Pranger stellen, greift Lean Leadership eine Stufe tiefer. Die Ursache von Problemen wird erörtert und Lösungsvorschläge präsentiert. Mit diesem Verfahren sollen nicht die „Symptome“ gelöst werden, die ein Problem verursacht, sondern das Problem selbst.

Unterstützen statt delegieren
Die moderne Arbeitswelt erlaubt es immer seltener, eine Aufgabe samt festgelegten Lösungsweg zu delegieren. Der bearbeitende Mitarbeiter muss heutzutage selbst in der Lage sein zu einem Lösungsweg zu finden. Denn ein Unternehmen ist immer nur so stark wie der schwächste Mitarbeiter. Anstelle von Delegation und Kontrolle setzen Führungskräfte im Lean Leadership auf Kommunikation, Unterstützung und Respekt. Auch kleine Erfolge werden deswegen gelobt und anerkannt. Anstatt die negativen Dinge hervorzuheben, freut man sich über das Positive. Durch die Ermutigung der Mitarbeiter erfolgt eine Steigerung des Selbstwertgefühls. Der Glaube an sich selbst wird über die Zeit massiv gesteigert und keine Aufgabe scheint mehr unlösbar. Verunsicherte Rückfragen an Vorgesetzte bleiben aus und der Workflow wird optimiert.

Go to gemba
Was ist denn nun Gemba? Gemba kommt aus dem japanischen und  bedeutet so viel wie realer Ort. Darunter versteht man im Lean Leadership, dass Führungskräfte präsent sind. Echtzeitinformationen direkt vom Mitarbeiter ersetzen Berichte und Excel-Tabellen. Durch die Präsenz am Ort des Arbeitsgeschehens wird es auch wieder notwendig zuzuhören. Was beschäftigt die Arbeitskräfte im Moment? Kann man unterstützend tätig werden? Gemba stärkt die Bindung zwischen Vorgesetzten und Arbeitskräften. Verständnis und Mitgefühl sind Kompetenzen, die durch trockene Zahlen und Berichte abgebaut wurden. Gemba sorgt dafür, dass die Führungskraft stets live im Geschehen ist.

Fazit

Lean Leadership ist eine kontroverse und moderne Art der Führung. Man sieht im Angestellten wieder einen Menschen, überlastete Führungskräfte werden geschont und das Unternehmen entwickelt sich zu einer lernenden Organisation. Durch die damit erreichte Flexibilität schafft man sich einen Wettbewerbsvorsprung gegenüber Mitbewerbern mit starren Führungsstilen. Während bei der Konkurrenz unzählige Arbeitsschritte auf die Freigabe von Vorgesetzten warten, sind du und dein Team eine gut funktionierende Einheit, in der selbstständig gearbeitet wird und Probleme von Beginn an gelöst werden.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *