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Yohann Desalle, Fleet Leasing Mobility General Manager, hat bereits viele Erfahrungen in der digitalen Transformation sammeln können. Yohann entwickelt Lösungen für die digitale Transformation, die in den Bereichen Flotte, Mobilität, Lieferkette, Logistik und Transport angewendet werden.

In unserem heutigen DRS Interview verrät er uns, was Digitalisierung für ihn bedeutet und warum er sich entschieden hat, im Bereich der Digitalisierung zu arbeiten.

Unternehmen: Fleet Management / Transportation / Leasing / Renting

Mitarbeiteranzahl: Selbständig

Interviewpartner: Yohann Desalle, Fleet Leasing Mobility General Manager

Jeder hat eine andere Vorstellung von Digitalisierung. Was bedeutet Digitalisierung für dich?

Für mich bedeutet Digitalisierung die Nutzung von Daten, die meistens schon vorhanden sind, um den Prozess und letztendlich den Betrieb effizienter zu machen. Es geht also darum, besser zu arbeiten, Daten zu analysieren und zu nutzen. 

Normalerweise sind all diese Daten bereits vorhanden. Es ist sehr selten, dass man Daten erstellen muss, um all das zu implementieren, wo man die Daten findet. Bei allen Projekten, an denen ich gearbeitet habe, waren 99% der Daten bereits vorhanden. Die meiste Zeit wusste unser Kunde oder der Benutzer nicht einmal, dass die Daten vorhanden waren.

Warum hast du dich entschieden, im Bereich der Digitalisierung zu arbeiten?

Ich hatte als Anwender einfach das Gefühl, dass ich mehr mit meinen Daten machen könnte. Es war manchmal schwierig, eine Entscheidung zu treffen, die nur auf Fakten und Daten basierte und ein holistische Übersicht von allem zu bewahren.

Nur um ein Beispiel zu nennen. Ich hatte eine Flotte von 20000 LKWs und die Flotte musste sich weltweit verteilen. Also brauchten wir Regeln, um die Fahrzeuge zu erneuern. Die Regeln mussten in Bezug auf die Laufleistung oder in Bezug auf das Alter angepasst werden. Ich hatte also das Gefühl, dass man das besser lösen konnte, aber ich hatte weder weitere Informationen noch Daten. Ich musste also den Flottenmanager in Schweden anrufen, ob die Fahrzeuge erneuert werden mussten. Diese Grundlage der Entscheidung basierte also nur auf seinem Gefühl und nicht auf logischen Daten.

Ich hatte das Gefühl, dass die Daten vorhanden waren, aber sie waren für mich und mein Geschäft nicht verfügbar. Digitalisierung macht all diese Informationen verfügbar und ermöglicht es Entscheidungen zu treffen, die auf Fakten basierten.

Mit welchen Tools arbeitest du da im Alltag?

Wir haben damit begonnen, eine neue IoT-Plattform zu schaffen, die in der Lage ist, all die verschiedenen Informationsquellen zu verbinden, mit denen man als Flottenmanager umgehen muss. Dafür mussten wir uns zunächst Informationen über die Fahrzeuge einholen, also wie zum Beispiel welche Telematik an den Fahrzeugen installiert wurden.

Wir mussten natürlich auch eine Verbindung zu den verschiedenen TMS (Transport Management Systemen) herstellen, die es auf dem Markt gibt und manchmal auch mit den World’s Management Systems. Wir mussten uns auch mit Internet-Informationen verbinden, weil es einen Einfluss auf viele Dinge hat. Der ländliche Verkehr hat auch einen Einfluss auf die Lösung einiger Probleme oder Fragen der Kunden. Wir mussten also Informationen aus dem Internet sammeln. So haben wir eine Iot-Plattform geschaffen, die in der Lage ist, sich mit Telematikanbieter zu verbinden und nach dem ersten Kundenkontakt zusätzliche Daten aufnehmen kann.

Man passt also die Plattform an, um diese spezifischen Telematikdaten zu der spezifischen Software hinzuzufügen.

Worauf sollten Unternehmen, die die digitale Transformation umsetzen wollen, besonders achten?

Ich würde zwei Tipps geben. Der erste Tipp ist, dass zuerst das Management und dann jeder aus dem Team überzeugt werden muss. Wenn das ganze Team vom Top-Management bis zu den Arbeitern versteht, warum die digitale Transformation implementiert wird, dann wird die Transformation gelingen. Wenn die Leute nicht überzeugt sind, dann wird es schwierig, es umzusetzen. Es muss also mit vielen Einweisungen vom Top-Management kommen. Es muss geklärt werden, was erwartet wird, was die Einsparungen sein werden und was mit den Einsparungen gemacht wird. 

Der zweite Tipp ist, dass man die Marketingabteilung einbeziehen muss. Vielleicht braucht man das in drei bis fünf Jahren nicht mehr, aber heute ist die digitale Transformation teuer. Ich spreche von meinem Bereich, Flotte und Transport. Man hat keine Lösungen von der Stange, also muss man für maßgeschneiderte und teure Lösungen bezahlen. Die digitale Transformation, die man implementiert, muss also ein Problem für die Kunden lösen und dann muss man die Lösung an die Kunden verkaufen. Die Marketingabteilung muss also im Verkauf involviert sein, um dadurch neue Kunden zu gewinnen. Man kann sich durch die digitale Transformation deutlich von seinen Wettbewerbern abheben und das ist ein Game Changer.

Was verstehst du unter Digital Leadership?

Um ehrlich zu sein, kannte ich diesen Begriff nicht. Was ich dabei verstehe, ist die Tatsache, dass es nicht so viele Unternehmen gibt, die eine digitale Transformation eingeleitet haben. Diejenigen, die das heute tun, sind also die Digital Leader. Wie ich schon sagte, alles, was sie entwickeln werden, alles, was sie implementieren werden, wird für sie teurer sein, wenn man jahrelang wartet. Es wird so sein, dass die gleiche Lösung auf dem Markt für viel weniger Geld zu haben sein wird, aber in der Zwischenzeit werden viele Kunden verloren. Wie viele Kunden werden diese Early Adopter haben? Wir viele Kunden haben den Anbieter gewechselt, weil einige neue Dienste angeboten wurden? 

Es bedeutet, dass die Lösung, die du in vier Jahren hast, an die Arbeitsweise und an die Lösung angepasst werden muss. Du kannst also heute den Markt an deine Arbeitsweise anpassen oder du kannst warten, dann wirst du weniger bezahlen. In der Zwischenzeit wirst du aber vielleicht auch Kunden verlieren.

Welche Tipps hast du für Personen und Führungskräfte, die im Bereich der digitalen Transformation arbeiten?

Ich würde sagen, konzentriere dich auf die Ergebnisse für die Kunden. Die Anwender interessieren sich nicht für die Techniken. Sie wollen es nicht genau wissen wie Excel oder Python funktioniert. Es ist ihnen eigentlich egal. Sie haben ein Problem und wollen dafür eine Lösung. Die Kunden konzentrieren sich am Ende auf das Endergebnis und das ist das, was für die Kunden am Ende zählt.

Was sind deine Top 3 Gründe, warum mehr Unternehmen den Weg der digitalen Transformation gehen sollten?

Also erstens ist es eine Sparangelegenheit. Wenn du es nicht für eine Ersparnis implementierst, dann weiß ich nicht, warum du es empfiehlst. Man muss zuerst auf die PnL schauen, also was sind die Hauptkosten und was möchte man dann einsparen? Denke an die digitale Transformation, also wie Analysen von Daten helfen können, Geld zu sparen. Wenn du effizientere Lieferungen machen kannst, dann würde man weniger Kraftstoff verbrauchen. Daten werden dabei helfen, zu identifizieren, was das beste Fahrzeug für den sehr spezifischen Bedarf ist, basierend auf dem Vergleich aller Fahrzeuge, die man hat. So identifiziert man, über nützliche Daten, Einsparungen.

Also müssen Leute aus alle Abteilungen sich zusammenfinden und du wirst sehen, dass während dieser einen Brainstorming-Sitzung, einige Punkte gefunden werden, an die am Anfang nicht gedacht wurde. Man muss also alle um den Tisch haben. Leute, die auf dem Feld sind, Leute, die im Headquarter sind, und jeder, der ein Spezialist oder Experte ist, muss sich anlehnen und alles auflisten, was er im Kopf hat. Dann wäre die Liste noch viel, viel größer. Das kann man definitiv nicht nur in der IT-Abteilung machen, man muss alle versammeln.

Wie sehr ist die Kultur ein wichtiger Faktor bei der Digitalisierung?

Kultur ist sehr wichtig. Es ist zum Beispiel in den nordischen Ländern wichtig. In Schweden und Norwegen sind die Menschen in der Regel Early Adopters. Sie begrüßen also neue Lösungen, die produktiv sein werden. In Frankreich ist es genau das Gegenteil. Die Leute zögern, neue Lösungen zu implementieren. In manch anderen Ländern sind die Leute richtig aufgeregt, weil die Digitalisierung richtig nützlich ist. 

Also braucht man vielleicht mehr Kommunikation und mehr Erklärung von Anfang an. Wenn man dann allen alles erklärt hat, was man erwartet, was man umsetzen will, wo man sparen will und was man tun wird, dann spart man. Dann, denke ich, ist es keine Frage der Kontrolle mehr. Wir sind alle Menschen und jeder ist klug genug, um zu verstehen, dass wir das machen wollen. Mein Chef ist bereit, die digitale Transformation umzusetzen. Das jeder bereit ist, voranzukommen, ist keine Frage der Kultur mehr. Also mein Gefühl ist, dass die erste Reaktion sehr unterschiedlich ausfallen würde.


Englisch

Everyone has a different idea of digitalization. What does digitalization mean to you?

For me, digitization means using data that is mostly already available to make the process and ultimately the operation more efficient. So it’s about working better, analyzing and using data. 

Usually, all this data is already there. It’s very rare that you have to create data to implement all that, where you find the data. On all the projects I’ve worked on, 99% of the data was already there. Most of the time, our client or the user didn’t even know the data was there.

Why did you decide to work in the field of digitization?

I just felt as a user that I could do more with my data. It was sometimes difficult to make a decision based only on facts and data and to keep a holistic overview of everything.

Just to give an example. I had a fleet of 20000 trucks and the fleet had to spread around the world. So we needed rules to renew the vehicles. The rules had to be adjusted in terms of mileage or in terms of age. So I felt that this could be solved better but I didn’t have more information or data. So I had to call the fleet manager in Sweden to see if the vehicles needed to be renewed. So the basis of the decision was just based on his feeling and not on logical data.

I had a feeling that the data was there, but it wasn’t available to me or my business. Digitization makes all this information available and enables decisions to be made that were based on facts.

What tools do you use on a day-to-day basis?

We started by creating a new IoT platform that would be able to connect all the different sources of information that you have to deal with as a fleet manager. To do that, we first had to get information about the vehicles, like what telematics were installed on the vehicles.

We also had to connect, of course, with the different TMS (Transport Management Systems) that are on the market and sometimes with the World’s Management Systems. We also had to connect to Internet information because it has an impact on many things. Rural transportation also has an impact on solving some problems or questions from customers. So we had to collect information from the Internet. So we created an Iot platform that is able to connect to telematics providers and then additional data can be taken after the first customer contact. 

So you customize the platform to add that specific telematics data to the specific software.

What should companies that want to implement digital transformation pay special attention to?

I would give two tips. The first tip is to first convince the management and then everyone from the team. If the whole team from top management to workers everyone understands why digital transformation is being implemented, then the transformation will succeed. If people are not convinced, then it will be difficult to implement it. So it has to come with a lot of briefings from top management. There needs to be clarification on what is expected, what the savings will be and what will be done with the savings. 

The second tip is that you have to get the marketing department involved. Maybe in three to five years you won’t need it, but today digital transformation is expensive. I’m talking about my area, fleet and transportation. You don’t have off-the-shelf solutions, so you have to pay for customized and expensive solutions. So the digital transformation that you implement has to solve a problem for the customers and then you have to sell the solution to the customers. So the marketing department has to be involved in the sale to attract new customers through that. You can clearly differentiate yourself from your competitors through digital transformation and that is a game changer.

What do you understand about digital leadership?

To be honest, I didn’t know this term. What I understand about it is that there are not that many companies that have initiated a digital transformation. So the ones that are doing it today are the digital leaders. As I said, everything that they’re going to develop, everything that they’re going to implement is going to be more expensive for them if you wait for years. It will be like the same solution will be available in the market for a lot less money, but in the meantime, a lot of customers will be lost. How many customers will these early adopters have? How many customers switched providers because some new services were offered? 

It means that the solution you have in four years will have to be adapted to the way you work and to the solution. So you can adapt the market today to the way you work, or you can wait, and you’ll pay less. But in the meantime, you may lose customers.

What tips do you have for people and leaders working in the digital transformation space?

I would say focus on the results for the customers. The users don’t care about the techniques. They don’t want to know exactly how Excel or Python works. They don’t really care. They have a problem and they want a solution for it. The customers end up focusing on the end result and that is what matters to them in the end.

What are your top 3 reasons why more companies should go down the path of digital transformation?

So first of all, it’s a savings issue. If you’re not implementing it for savings, then I don’t know why you’re recommending it. You have to look at the PnL first, so what are the main costs and then what do you want to save? Think about digital transformation, how analytics from data can help save money. If you can make more efficient deliveries, then you would use less fuel. Data will help identify what the best vehicle for the very specific need is, based on comparing all the vehicles you have. That’s how you identify, via useful data, where the saving options are.

So people from all departments need to get together and you’ll see that during that one brainstorming session, some points are found that weren’t thought of at the beginning. So you have to have everybody around the table. People who are in the field, people who are in the headquarters, and everybody who is a specialist or expert has to lean in and list everything they have in mind. Then the list would be much, much bigger. You definitely can’t do that just in the IT department, you have to gather everybody.

How much is culture an important factor in digitalization?

Culture is very important. It is important in the Nordic countries, for example. In Sweden and Norway, people tend to be early adopters. So they welcome new solutions that will be productive. In France, it’s just the opposite. People are reluctant to implement new solutions. In some other countries, people are really excited because digitalization is really useful. 

So maybe you need more communication and more explanation from the beginning. Then, when you have explained everything to everybody, what you expect, what you want to implement, where you want to save and what you are going to do, then you save. Then, I think, it’s no longer a question of control. We are all human beings and everyone is smart enough to understand that we want to do this. My boss is ready to implement digital transformation. If everyone is ready to move forward or not, is no longer a question of culture. So my feeling is that the initial reaction would be very different.

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