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Ayman Husain, Director für Customer Success, Intelligent Cloud & Digital Transformation bei Microsoft hat bereits viele Erfahrungen in der digitalen Transformation sammeln können. Ayman fungiert als Customer Success Director für Microsoft und leitet ein Team von Cloud Solution Architects (CSA), die die digitale Transformation durch die Nutzung von Azure Cloud Solutions leiten und bereitstellen. In unserem heutigen DRS Interview verrät er uns die Wichtigkeit von Daten im Zusammenhang mit der digitalen Transformation und erklärt uns warum man als Führungskraft rebellisch sein muss.

Unternehmen: Microsoft Corporation

Mitarbeiteranzahl: 166475

Interviewpartner: Ayman Husain, Director für Customer Success, Intelligent Cloud & Digital Transformation bei Microsoft

Jeder hat eine andere Vorstellung von Digitalisierung. Was bedeutet Digitalisierung für dich?

Eines der Dinge, die ich erkannt habe ist, dass Digitale Transformation eine Befähigung ist und die Währung für diese Befähigung sind Daten. Für mich bedeutet die digitale Transformation, dass nutzvolle Daten für jeden zugänglich gemacht werden. So können diese Daten von Menschen genutzt werden, um Entscheidungen zu treffen und Erkenntnisse über das Unternehmen zu gewinnen.

Das ist eines der Dinge, die wir bei der digitalen Transformation verpassen. Wir konzentrieren uns nur auf die Tools, aber nicht auf die Daten, die die Währung des Wandels sind, um tatsächlich erfolgreich zu sein.

Warum hast du dich entschieden, im Bereich der Digitalisierung zu arbeiten?

Ich wusste nicht, dass ich mich auf der Reise der Digitalisierung befand, weil wir es nicht so nannten. Aber als ich in diesem Kontext in die Welt der Technologie einstieg, war es zunächst für die Mitarbeiter im Büro oder sogar für die Menschen zu Hause nicht wichtig, einen Computer am Schreibtisch zu haben.

Als ich die Reise der digitalen Transformation antritt, wollte ich jedem Mitarbeiter eine Identität geben und nicht nur den Menschen mit einer Login I.D. gleichsetzen. Der nächste Schritt war es dann, den Mitarbeitern Zugriff auf die Reports zu geben, indem man jeden Mitarbeiter Computer zur Verfügung stellte. 

In der nächsten Phase der digitalen Transformation war ich als Berater viel im Web 2.0 tätig, wo eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des World Wide Webs, verwendet wurde. 

In der dritten Phase der digitalen Transformation in meiner Karriere arbeitete ich an Cloud Systemen. Nun sind wir alle in einer Phase der Transformation, wo man nur noch das Internet braucht. So braucht man heutzutage nicht mal mehr einen Computer, sondern nur das Smartphone.

Mit welchen Tools arbeitest du da im Alltag?

Wenn es um die Arbeit geht, benutze ich meistens natürlich die Microsoft-Tools. Privat bevorzuge ich aber schon fast die Google-Tools. So gibt es oft eine Differenzierung zwischen den verschiedenen Nutzern, in Form von Unternehmen, Gewerbe und Konsumenten. Die technologische Entwicklung führt einen dann zu einer dieser Formen. Wenn man diese Differenzierung nicht beachtet, steckt ein Fundament dahinter, und zwar Open Source. Darauf kommt es auf den Unterschied an, wer Open Source angepasst hat und wer nicht.

Wenn man an Innovation und Kreativität denkt und die Dinge, die daraus erschaffen wurden, dann kommt man schnell zum Entschluss, dass Open Source dahinter steckt. So kommen viele großartige Plattformen wie Java und Linux von Open Source. Man muss also nicht kommerzielle Tools benutzen, da Open Source Tools vollkommen ausreichen. Wir leben in einer Zeit, wo man Probleme in einer Suchmaschine eingeben kann und so oft eine Lösung findet.

Worauf sollten Unternehmen, die die digitale Transformation umsetzen wollen, besonders achten?

Einfachheit und Komplexität. Die digitale Transformation ist sehr komplex geworden, weil es Leute gibt, die die digitale Transformation kompliziert machen, indem sie zu viele Sicherheitsebenen hinzufügen oder die Benutzerfreundlichkeit nicht richtig umsetzen. Frag dich, was sind die Dinge, die du tun musst und was sind die Dinge, die nice to have sind.

Ich schaue immer zuerst auf das Ergebnis, das erreicht werden soll und setzt mich dann mit Leader und Entscheidungsträger in Verbindung, um zu schauen wie die Anforderungen sind. Darauf sollte man sich zunächst konzentrieren, um überhaupt erstmal zu klären, was am Ende erarbeitet werden soll.

Was verstehst du unter Digital Leadership?

Für mich bedeutet Digital Leadership, eine Ermöglichung des Zugangs für alle, die eine bestimmte Technologie nutzen wollen. Wenn man da an einen digitalen Leader im akademischen Bereich denkt, dann sollte der Leader dafür sorgen, dass jeder Student Zugang zum Lernmaterial hat. 

Das Gleiche gilt für Digital Leadership in der Unternehmenswelt. Ich kann keine Werkzeuge und Prozesse schaffen, die jemandem den Zugang und die Fähigkeit verweigern, weil er entweder nicht weiß, wie man sie benutzt oder nicht weiß, wie man sie erlernt.

Wenn ich an Digital Leadership denke, dann denke ich darüber nach: Wie kann ich jemandem den gleichen Zugang und Möglichkeit ermöglichen, diese Technologie zu nutzen? Das ist Digital Leadership für mich.

Welche Tipps hast du für Personen und Führungskräfte, die im Bereich der digitalen Transformation arbeiten?

Im Kontext einer digitalen Transformation sollte die Führungskraft rebellisch sein. Das heißt, man sollte ein gewisses Maß an Rebellion haben und man muss den Status quo in Frage stellen, um die bestehenden Prozesse dann zu nehmen und zu optimieren. Nur mit so einer Einstellung kann man eine Veränderung im Unternehmen anstreben und eine digitale Transformation implementieren.

Wenn ich mir also die jungen Köpfe anschaue, die in die Ausbildung oder in den Berufseinstieg kommen, dann würde ich ihnen raten etwas neues auszuprobieren und anders zu sein als die anderen. Ich ermutige die Leute also, eigene Recherchen zu betreiben und so eigene Interessen zu entwickeln.

Sei also ein Rebell und dann hab keine Angst vor der digitale Transformation. Wenn du jünger als 20 bist, dann bist du mit Digitalisierung aufgewachsen. Du bist per Definition digital. Deine Babyfotos haben eine gute Qualität und sind nicht in einem Album. Sie sind wahrscheinlich auf einer Website, die dein Smartphone öffnet. Genau. Du bist also bereits digital und es gibt nichts, wovor du dich fürchten musst, richtig?

Was sind deine Top 3 Gründe, warum mehr Unternehmen den Weg der digitalen Transformation gehen sollten?

Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund, dass man durch die Digitalisierung jetzt die Möglichkeit hat, mehr Prozesse im Unternehmen zu kontrollieren. Die digitale Transformation gibt dir Zugang zu Dingen, an die du nicht gedacht hast. Alle Daten sind eine Art von Währung, mit der man sich auf verschiedenste Art und Weise Möglichkeit erbringen kann, die man sonst nie in Betracht gezogen hätte.

Ich verwende mal Amazon als Beispiel. Amazon war am Anfang nur eine Buchhandelsplattform. Jeff Bezos verfolgte das Ziel, dass man sich Bücher von allen Verlagen über eine Website liefern lassen kann. Heute sind sie die größte E-Commerce-Plattform der Welt. Frage dich, warum und wie hat er das so gemacht? Je mehr Bücher er verkaufte, desto mehr erkannte er die Wichtigkeit einer Supply Chain, die den Bestand bei Bedarf aktualisieren kann. Er hat auch erkannt, dass man Rechenzentren für die Daten braucht, die verwaltet werden müssen. Zusammen mit den Daten, kann man das gesamte Geschäft in gewisser Weise entwickeln oder neue Einnahmequellen schaffen. So schuf er Schritt für Schritt die größte E-Commerce-Plattform der Welt.

Wie sehr ist die Kultur ein wichtiger Faktor bei der Digitalisierung?

Es ist das Einzige, was die digitale Transformation zum laufen bringen wird. Kultur taucht in vielen verschiedene Arten auf. Kultur ist nicht, neue Leute einzustellen und sie zu transformieren. Man kann die Kultur nicht verändern. Viele Leute vergessen, dass man die Kultur nicht verändert. Mann muss eine Kultur erschaffen.

Satya Nadella, CEO von Microsoft, ist zum Beispiel eine Führungskraft mit Kultur. Er hat sein ganzes Leben lang bei Microsoft gearbeitet und man hat also nicht jemanden von außen eingestellt, um unsere Kultur zu verändern. Wir haben einfach jemandem erlaubt, die Kultur für eine Menge Leute zu schaffen.
Man muss Schöpfung ermöglichen. Das ist ein Mindset. Die Kultur des Wandels geschieht, aber es ist die Schaffung einer Kultur, die eine entscheidende Bedeutung für die digitale Transformation hat.


Englisch

Everyone has a different idea of digitalization. What does digitalization mean to you?

One of the things I’ve realized is that digital transformation is empowerment, and the currency for that empowerment is data. To me, digital transformation means making useful data available to everyone. So that data can be used by people to make decisions and gain insights about the business.

That’s one of the things we’re missing in digital transformation. We only focus on the tools, but not on the data, which is the currency of change to actually be successful.

Why did you decide to work in the field of digitization?

I didn’t know I was on the journey of digitization because we didn’t call it that. But when I entered the world of technology in this context, at first it wasn’t important for employees in the office or even for people at home to have a computer at their desk.

When I started the journey of digital transformation, I wanted to give every employee an identity, not just equate people with a login I.D.. Then the next step was to give employees access to the reports by giving each employee computers. 

In the next phase of digital transformation, as a consultant, I was involved a lot in Web 2.0, where a number of interactive and collaborative elements of the Internet, specifically the World Wide Web, were used. 

In the third phase of digital transformation in my career, I worked on cloud systems. Now we are all in a phase of transformation where all you need is the Internet. So nowadays you don’t even need a computer, you just need your smartphone.

What tools do you use on a day-to-day basis?

When it comes to work, I mostly use the Microsoft tools, of course. Privately, however, I almost prefer the Google tools. So there’s often a differentiation between the different users, in terms of enterprise, commercial and consumer. Technological development then leads one to one of these forms. If you don’t pay attention to that differentiation, there’s a foundation behind it, and that’s open source. What it comes down to is the difference between who has adapted open source and who has not.

When you think about innovation and creativity and the things that have been created from that, you quickly come to the conclusion that open source is behind it. For example, many great platforms like Java and Linux come from open source. So you don’t have to use commercial tools, because open source tools are perfectly sufficient. We live in a time where you can type problems into a search engine and often find a solution.

What should companies that want to implement digital transformation pay special attention to?

Simplicity and complexity. Digital transformation has become very complex because there are people who make digital transformation complicated by adding too many layers of security or not implementing usability properly. Ask yourself, what are the things you need to do and what are the things that are nice to have.

I always look at the outcome to be achieved first and then get in touch with leaders and decision makers to see what the requirements are. That’s what you should focus on first, to clarify what you want to work on in the end.

What do you understand by digital leadership?

For me, digital leadership means enabling access for everyone who wants to use a particular technology. If you think of a digital leader in academia, the leader should ensure that every student has access to the learning material. 

The same is true for digital leadership in the corporate world. I can’t create tools and processes that deny someone access and capability because they either don’t know how to use them or don’t know how to learn them.

When I think about digital leadership, I think about this: How can I give someone the same access and opportunity to use this technology? That’s digital leadership for me.

What tips do you have for people and leaders working in the digital transformation space?

In the context of a digital transformation, the leader should be rebellious. That means you should have a certain amount of rebellion and you have to question the status quo in order to then take the existing processes and optimize them. Only with such an attitude can you strive for a change in the company and implement a digital transformation.

So when I look at the young minds that are coming into training or starting their careers, I would advise them to try something new and be different from the others. So I encourage people to do their own research and develop their own interests that way.

So be a rebel and then don’t be afraid of digital transformation. If you’re younger than 20, you’ve grown up with digital. You are digital by definition. Your baby photos are good quality and they’re not in an album. They’re probably on a website that opens on your smartphone. Exactly. So you’re already digital and there’s nothing to be afraid of, right?

What are your top 3 reasons why more companies should go down the path of digital transformation?

In my opinion, the main reason is that digitalization now gives you the opportunity to control more processes in the company. Digital transformation gives you access to things you hadn’t thought of. All data is a kind of currency that you can use to provide yourself with opportunity in all sorts of ways that you would never have considered otherwise.

I’ll use Amazon as an example. Amazon started out as just a bookselling platform. Jeff Bezos pursued the goal that you could have books from all publishers delivered to you through one website. Today, they are the largest e-commerce platform in the world. Ask yourself, why and how did he do it that way? The more books he sold, the more he realized the importance of a supply chain that could update inventory as needed. He also realized that you need data centers for the data that needs to be managed. Along with the data, you can develop the whole business in some way or create new revenue streams. So, step by step, he created the largest e-commerce platform in the world.

How much is culture an important factor in digitalization?

It is the only thing that will make digital transformation work. Culture shows up in many different ways. Culture is not hiring new people and transforming them. You can’t change the culture. A lot of people forget that you don’t change culture. You have to create a culture.

For example, Satya Nadella, CEO of Microsoft, is a leader with culture. He’s worked at Microsoft his whole life, so they didn’t hire someone from the outside to change our culture. We just allowed someone to create the culture for a lot of people.

You have to enable creation. That’s a mindset. The culture of change is happening, but it’s the creation of a culture that has critical importance to digital transformation.

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