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Lendico

Maria Gotzner, Head of Business Management bei Lendico Deutschland, ist schon seit vielen Jahre im Bereich der Digitalisierung tätig. In unserem heutigen DRS Interview berichtet sie von einem einschneidenden Erlebnis während ihrer Ausbildung und erklärt uns die Wichtigkeit von Kultur in der Digitalisierung.

Unternehmen: Lendico Deutschland GmbH

Mitarbeiteranzahl: ca. 160

Interviewpartner: Maria Gotzner, Head of Business Management bei Lendico Deutschland GmbH

Jeder hat eine andere Vorstellung von Digitalisierung. Was bedeutet Digitalisierung für dich?

Digitalisierung bedeutet für mich ein neues Normal. Ich sehe darin die Zukunft und man kann schon sagen, dass diese einschneidenden Veränderungen unser normales Leben nachhaltig verändern werden. Die Digitalisierung hat schon angefangen, wie wir zum Beispiel alle digitale Konten mittlerweile schon kennen. Es gibt aber noch viele Bereiche, wo die Digitalisierung noch weiter gehen könnte. Das haben wir ja vor allem jetzt in der Corona-Krise gemerkt.

Es wird sich also irgendwann in ein paar Jahren eine komplett neue Welt entwickeln. Diese neue Welt werden wir aber dann als absolut normal wahrnehmen.

Warum hast du dich entschieden, im Bereich der Digitalisierung zu arbeiten?

Ich glaube das Tolle und Spannende, was mich an diesem Beruf gereizt hat, ist die Tatsache, dass du nichts Neues erfinden musst. Du schaust dir zunächst existente Prozesse, Produkte und Services an und überlegst dir dann, wie du diese Prozesse digitaler und somit auch effizienter machen kannst, um somit einen Mehrwert für Kunden und Mitarbeiter zu generieren.

Die Digitalisierung gibt einem ja auch die Möglichkeit, viele unattraktive Prozessabschnitte von einer Maschine übernehmen zu lassen, um Mitarbeiter zu entlasten. So musste ich zum Beispiel damals in meiner Ausbildung bei der HypoVereinsbank 100 seitige Unterlagen bearbeiten und in eine Software eintippen. Wenn man sowas zum Beispiel digitalisieren kann, dann kann man den Mitarbeiter von dieser Arbeit befreien und der Mitarbeiter kann sich so mehr mit dem Unternehmen auseinandersetzen und hinter die Prozesse schauen.

Mit welchen Tools arbeitest du im Alltag?

Für die Kommunikation zwischen den ganzen Abteilungen nutzen wir Microsoft Teams, ebenso auch andere klassische Microsoft-Tools. Dann benutzen wir auch viel von Google, wie zum Beispiel Google-Meets und Google-Sheets. Im Zusammenhang mit Tracking und Projektarbeit mit der IT nutzen wir auch Confluence und Jira.

Für digitalisierte Prozesse bedienen wir uns auch, wenn es mal schnell gehen muss, an einer kurzen Excel Lösung. Es ist zwar nicht mega super sexy, aber es erfüllt auch mal seinen Zweck.

 

Worauf sollten Unternehmen, die die digitale Transformation umsetzen wollen, besonders achten?

Ich glaube es ist zunächst wichtig, dass man nicht immer alles gleichzeitig erreichen möchte. Natürlich hat man erstmal eine große Vision und man will, dass morgen schon alles digitalisiert ist, aber das funktioniert natürlich nicht. Ich glaube schon, dass es richtig ist, dass man eine Strategie hat und weiß wo man langfristig hin will. 

Man sollte sich aber auch mit den Prozessen dahinter befassen und sich überlegen wie man die Prozesse schnell und einfach bei Kunden und Mitarbeiter umsetzen kann. So kommt vor allem eine große Akzeptanz bei den Mitarbeitern an. Ich glaube, die Digitalisierung ist nichts, was so von oben herab kommen kann. Man sollte die Mitarbeiter in die Prozesse miteinbeziehen und eine Arbeitsgemeinschaft bilden. Ich finde man sollte die Leute erstmal machen lassen und bei Fehlern, daraus lernen und so Maßnahmen ergreifen. So können die Prozesse optimiert werden.

Das Unternehmen sollte also versuchen zielorientiert die Digitalisierungsstrategie anzustreben und so immer einen Schritt näher an die Vision zu gelangen.

Was verstehst du unter Digital Leadership?

Den Begriff habe ich auf jeden fall schon mal gehört und interessant für mich, sind immer die verschiedenen Interpretationen des Begriffs. Für mich bedeutet Digital Leadership eine Führung des Unternehmens im Bezug auf digitalisierte Produkte oder Dienstleistungen. Dabei sollte das Unternehmen die Funktion des Vorreiters und des Vorbildes übernehmen. Damit verbunden ist natürlich eine große Verantwortung und man sollte auch ständig daran arbeiten und sich ständig weiterentwickeln, um Digital Leader zu bleiben.

Digitalisierung bedeutet für mich auch in diesem Kontext, dass man nicht nur Prozesse digitalisiert, sondern auch die Prozesse effizient gestaltet. So sollte man sich zunächst eine Übersicht aller Prozesse machen und diese dann auf ihre Notwendigkeit und Effizienz prüfen. Digital Leadership digitalisiert dann diese effizienten Prozesse.

Welche Tipps hast du für Personen und Führungskräfte, die im Bereich der digitalen Transformation arbeiten?

Eine wichtige Sache, die Personen und Führungskräfte aus dem Bereich der Digitalisierung, beachten sollten ist wieder dieses hinterfragen und prüfen von etablierten Prozessen auf ihre Effizienz. Die neu eingeführten digitalen Prozesse sollten ergebnisorientiert und einen Mehrwert für Kunden und Mitarbeiter schaffen. Dabei sollten auch die Mitarbeiter im Prozess der Digitalisierung mit eingebunden werden.

Man sollte auch mit einer großen Vision an die Sache rangehen. Die Digitalisierung lebt von den neuesten Technologien und Innovation und man sollte sich in diesem Kontext keine Grenzen setzen.

Was sind deine Top 3 Gründe, warum mehr Unternehmen den Weg der digitalen Transformation gehen sollten?

Ich sehe bereits die Digitalisierung oder die digitale Welt als das neue Normal an. Meine Vermutung wäre es demnach, dass ein Unternehmen ohne Digitalisierung oder einem digitalen Angebot nicht überlebensfähig ist.

Ein anderer Aspekt von digitalen und automatisierten Prozessen, wäre es Mitarbeiter von unsinnigen Tätigkeiten zu entlasten, sodass diese sich spannenderen Aufgaben stellen können. So hat der Mitarbeiter auch die Möglichkeit, die Prozesse zu hinterfragen und diese dann für das Unternehmen zu optimieren. Durch die Befreiung von unsinnigen Tätigkeiten kann mehr Brainpower der Mitarbeiter genutzt werden.

Kunden erwarten eben heutzutage auch digitale Lösungen in einer zunehmenden digitalen Welt. So sind heute viele Lösungen mittlerweile auf dem Smartphone zu finden und der Kunde sucht sich natürlich das entsprechende Unternehmen aus, welches diese Anforderungen erfüllt.

Wie sehr ist die Kultur ein wichtiger Faktor bei der Digitalisierung?

Ich finde, dass Kultur eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung spielt. Ich glaube gerade bei hierarchischen oder patriarchalischen Unternehmen wird die Digitalisierung schwierig, da man Digitalisierung nicht so einfach von oben herab befehlen kann. 

Die Digitalisierung lebt vom Erfindergeist jedes Einzelnen und ich glaube da ist es wichtig, dass man natürlich eine sehr offene Kultur hat. So sollen Mitarbeiter mitmachen, gehört werden und bei fehlerhaften Lösungen eine Lehre ziehen und immer weiter lernen. Ebenso wichtig ist ein offener Meinungsaustausch, wo Meinungen der Mitarbeiter gehört und akzeptiert werden.

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