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Dr. Oliver Bohl, Managing Director bei Triplesense Reply, Partner bei Reply und Digital Entre- & Intrapreneur, arbeitet schon vielen Jahre im Bereich der Digitalisierung. In unserem heutigen DRS Interview verrät er uns, warum er sich entschieden hat, im Bereich der Digitalisierung zu arbeiten und erzählt von seinen Zeiten aus seinem Startup.

Unternehmen: Triplesense Reply & Reply

Mitarbeiteranzahl: ca. 9000

Interviewpartner: Dr. Oliver Bohl, Managing Director bei Triplesense und Partner bei Reply

Jeder hat eine andere Vorstellung von Digitalisierung. Was bedeutet Digitalisierung für dich?

Digitalisierung ist so ein facettenreicher Begriff, der genauso inflationär wie agil genutzt wird. Für mich steht der Begriff für Veränderung, sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext. Das fängt bereits an, dass irgendwo aus analogen Dingen, Nullen und Einsen gemacht werden. Die Digitalisierung zieht sich dann weiter in Arbeitsprozessen, Erlebniswelten und letztendlich entsteht eine vollkommen neue Art der der unternehmerischen Wertschöpfung. Für mich bedeutet der Begriff auch eine Art von Interaktion mit den digitalen Produkten.

Warum hast du dich entschieden, im Bereich der Digitalisierung zu arbeiten?

Ich habe mich bereits seit meiner Kindheit mit dem Thema auseinandergesetzt und es fing bereits mit dem Importieren von Atari Spielkonsolen bei Freunden oder dem ersten Kauf einer C64. So gesehen habe ich mich nicht explizit für diesen Beruf entschieden. Alleine aus Neugier und Interesse an neuen Technologien und Innovationen, bin ich im Bereich der Digitalisierung tätig geworden. Die Arbeit macht mir besonders Spaß und ist gerade so interessant, da es immer zu neuen Entwicklungen kommen wird. 

Was sind deine Top 3 Tools mit denen du im Alltag arbeitest?

Da benutzte ich einen Mix aus verschiedenen Tools, sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag. Die Tools würde ich hauptsächlich in 3 Kategorien Kommunikation, Organisation und Produktivität unterteilen. Das reicht von einer einfachen Notizen App für Organisation über Cloud Services, wie Dropbox und Google Drive, bis zu verschiedenen sozialen Medien wie Twitter, Facebook, LinkedIn und Youtube, wo ich tagtäglich kommuniziere, aber mir auch verschiedenes Wissen aus meinem Netzwerk aneigne. 
Dann gibt es noch spezifische Tools für die Arbeit, wie Google Analytics oder Content Management Tools. 

Worauf sollten Unternehmen, die die digitale Transformation umsetzen wollen, besonders achten?

Ich glaube man sollte zunächst mit einem holistischen Blick an die Sache gehen und sich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten. Natürlich erzielt kleine digitale Transformation einen kurzen Erfolg, aber für ein nachhaltiges Wachstum im Unternehmen sollten sowohl CEOs als auch Führungskräfte sich mit dem Thema der digitalen Transformation im ganzen Unternehmen auseinander setzen. Es sollte eine digitale Unternehmensstrategie etabliert werden, die sich dann in andere Funktionsbereiche im Unternehmen, wie Marketing, Vertrieb und Fertigung, ableiten lässt. Man sollte sich also effektiv mit einer nachhaltigen Digitalisierungsstrategie befassen und die Prozesse im Projekt beaufsichtigen.

Was verstehst du unter Digital Leadership?

Für mich bedeutet Digital Leadership eine Führung in einer digitale Welt. Wesentliche Merkmale eines kompetenten Digital Leaders wären digitale Affinität und in diesem Bereich selber als Vorbild voran zu treten, anstatt nur zu coachen. Meiner Meinung nach, sollte man als Führungskraft mitmachen und sich an den Projekten selber beteiligen. Im Fußball hat der Trainer ja auch eine gewisse Erfahrung im Sport als Spieler gehabt und wurde dann erst zum Trainer, oder?

Welche Tipps hast du für Personen und Führungskräfte, die im Bereich der digitalen Transformation arbeiten?

Das erste und wichtigste in diesem Kontext ist definitiv Durchhaltevermögen. Ich glaube kein CEO oder Führungskraft wird von heute auf morgen geboren. Der Weg ist das Ziel und man sollte sich step by step auf die Sache zugehen und immer weiter lernen. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, einfach mal zu machen und die Dinge anzugehen. Dabei sollte man auch versuchen die Sachinhalte verständlich zu gestalten, sodass auch andere es nachvollziehen können.

Diese beiden Punkte sind meiner Meinung nach wichtig als junge Führungskraft und wenn man mal einen Auftrag bekommt, dann heißt es einen Stein neben den anderen legen und durchzuhalten. Dann sollte es klappen.

Ebenfalls hilfreich wäre sich vielleicht noch mit seinem Netzwerk, insbesonderen erfahren Beratern, auszutauschen. Es hilft einfach sehr über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich da über Erfahrungen mit anderen Leuten auszutauschen.

Was sind deine Top 3 Gründe, warum mehr Unternehmen den Weg der digitalen Transformation gehen sollten?

Der wichtigste Grund ist meiner Meinung nach der Anreiz, als Unternehmen dauerhaft zu existieren und so den Überlebenskampf überstehen. Daher finde ich, es ist schon Aufgabe einer Führungskraft, Unternehmen weiterzuentwickeln. Das Unternehmen sollte sich im neuen Umfeld auch stetig verändern, sich neu positionieren und neue Chancen ergreifen, um langfristig und besser existieren zu können als vorher.

Neben der marktorientierten Betrachtung, sollte man sich auch nach den Ressourcen orientieren. Also wie bekomme ich die richtigen Menschen um mich herum, um im Talentwettbewerb mithalten zu können?

Wie sehr ist die Kultur ein wichtiger Faktor bei der Digitalisierung?

Das Thema der Diversität gewinnt im Kontext der Digitalisierung, immer mehr an Gewicht. Gerade im Kundenservice spielt Diversität eine große Rolle, da Information und Service zu den Produkten passen müssen und auch hier wieder zum Überleben existentiell ist. Man sollte daher wirklich schauen, dass man eine Vielfältigkeit im Unternehmen generiert, um sich attraktiver auf dem Markt darzustellen. Wie man dabei agiert und welche Prozesse und Produkte man gestaltet, ist total wichtig.

Ich nehme mir mal so ein schönes Beispiel aus meinem eigenen Startup damals, wo ich diese Dinge auch wirklich gelernt habe. Das Startup, welches von 5 Jungs gegründet wurde, war im Social Commerce Bereich tätig. Da haben wir schnell gemerkt, dass der Commerce auf alle Zielgruppen wirkt und das die weibliche Komponente einfach das Wesentliche darstellt.

Daraufhin wurden die ersten Mitarbeiterinnen rekrutiert und ich würde nichtsdestotrotz bei einer weiteren Gründung schon darauf achten, dass im Gründerteam auch Frauen tätig sind. Man sollte daher heutzutage versuchen möglichst viele Skills, Kompetenzen und Prägungen im Unternehmen zu implementieren, um eine gewisse Komplexität zu erschaffen. Die Vielfalt und die Kultur, die sich daraus ergibt, sollte man dabei als Chance und nicht als Hemmnis betrachten.

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